Rückblick Gebäudetechnik-Kongress

Wie smarte und digitale Gebäudetechnik in Zukunft aussehen könnten

Der nationale Gebäudetechnik-Kongress ist eine ideale Plattform, um Forscher, Planer, Ausführende und Betreiber zusammenzuführen. Den Rahmen dazu bildet das Programm mit Referaten, dieses Jahr zu den Themen «Digital & Smart».  

Deepak Aatresh aus dem Silicon Valley zeigte auf, wie mit künstlicher Intelligenz der Planungsprozess von Gebäuden beschleunigt werden kann. Die Bedenken, dass durch automatisierte Gebäudekomplexe die Individualität zu kurz kommt, entkräftete er mit der Aussage, dass wir schneller und effizienter arbeiten können. Dies aber nicht zulasten der Individualität. Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion kamen zum Thema Robotertechnik auf dem Bau kritische Fragen aus dem Publikum. Die Spezialisten waren sich aber einig, dass durch Robotik bessere Arbeitsplätze auf dem Bau geschaffen werden können. Die Qualität der Arbeit auf dem Bau steige.

BIM ist wie ein einfaches Computerspiel
Dass wir unsere Denkweise anpassen oder ändern müssen, zeigte auch Michael Scheiwiller von Methabau auf. Methabau plant seit 2004 alle ihre Objekte mit BIM (Building Information Modelling). In einem BIM-Modell werden 3D-Daten zusätzlich mit Informationen angereichert, die für alle am Bau beteiligten Personen wichtig sind. So können Bauprojekte termin- und kostengerecht ausgeführt werden. BIM verlangt aber eine andere Denkweise im Prozess: Erstens muss der Endkunde viel früher im Prozess eingebunden werden und zweitens muss er viele / die meisten Entscheidungen zu Beginn treffen. BIM ermöglicht eine Planung bevor man mit dem Bau beginnt. Aktuell ist die Situation bei vielen Bauprojekten jedoch eher so, dass während dem Bau geplant wird. Und auch hier wurden die Bedenken, dass BIM kompliziert zu lesen sei, gleich in Luft aufgelöst: "BIM ist wie ein einfaches Computerspiel," so Michael Scheiwiller.

Ein nachhaltiger Architekt ist der, der nichts baut
Sacha Menz, Architekt und Professor an der ETH, forderte die Architekten und Gebäudetechnikplaner auf, stärker zu hinterfragen statt nur auszuführen: "Wir müssen zuhören, Respekt haben, hinterfragen was der Bauherr will, das Ziel im Auge behalten und kritisch sein", so Sacha Menz. Auch er sieht es als notwendig, dass sich der Bauherr und die Planer früher treffen, um über die notwendigen Voraussetzungen zu sprechen. Das Bedürfnis nach mehr Sicherheit und mehr Komfort im Gebäude ende oft in übertriebener Technik. Auf die Frage vom Moderator was ein nachhaltiger Architekt sei, antwortete er: "Der nachhaltigste Architekt ist der, der nichts baut."

Ein Kongress mit vielen spannenden Referaten, die aufzeigten wie smarte und digitale Gebäudetechnik in Zukunft aussehen könnte. Wie schnell die Veränderungen sichtbar sein werden, ist noch ungewiss. Sicher ist, dass die neuen Techniken viele Möglichkeiten bieten, für die wir offen sein müssen und sollten.